Verfasst von: kathapicco | 9. Juli 2009

Verfasst von: kathapicco | 8. Juli 2009

.

Gehen lassen…
ein Lernprozess…
der mir schwer fällt…
stell ich fest.
Doch aus Liebe zu Dir …
lern ich es…
jetzt und hier.
Geh und schau nicht zurück…
möchte nicht, dass meine Traurigkeit…
Dich je bedrückt.
Flieg mit dem Wind leise fort von hier…
sei gewiss…
meine Gedanken sind stets bei Dir.

Verfasst von: kathapicco | 15. April 2009

Urlaub 2009 – Nizza und Gardasee

Verfasst von: kathapicco | 20. März 2009

Hier war es ja nun eher ruhig. 

Das liegt zum einen daran, dass sich hier zeitweise nichts Erzählenswertes ereignet hat, zum anderen aber auch, dass ich von so vielen Leuten weiß, dass sie hier lesen, dass ich mich schwer tu, überhaupt noch objektiv zu schreiben. Es bleiben viele Sachen unerwähnt , die mich doch beschäftigen und die ich gerne los werden würde, aber ich will nicht, dass der oder diejenige sich hier wieder erkennt.

Gerade im Moment könnte ich ein Blog gut gebrauchen. Seit dem Amoklauf in Winnenden trage ich viele Gedanken mit mir herum. Ich glaube, es kam hier nie so klar raus, aber mein oft erwähntes *Nachhilfe-Institut* befindet sich in Winnenden, somit war der direkte Bezug durchaus da – vor allem und erst recht, als sich herausgestellt hat, dass eine Nachhilfeschülerin unter den Opfern ist. 
Die Fakten geistern mittlerweile mehr als ausführlich durch die Medien, über die tatsächlichen Auswirkungen auf die Familien und auch auf die restliche Bevölkerung spricht fast niemand.
Wie auch – wer kann denn nachvollziehen, was es heißt, ein Kind bei so einer grausigen Tat zu verlieren? Nur die, die es selbst schon erfahren haben.
MEINE ganz persönlichen Auswirkungen sind Angst und Schreckhaftigkeit. Jede Unterrichtsstunde im *Nachhilfe-Institut* kostet mich Überwindung, ich höre auf jedes Geräusch und sobald etwas von der Normalität abweicht, schlägt mein Herz bis zum Hals und ich kriege die dummen Gedanken nicht mehr aus dem Kopf.
Ungewohnte Geräusche lassen mich zusammenzucken, obwohl ich nie besonders lärmempfindlich oder schreckhaft war. Ich reagiere empfindlich auf alles, was in irgendeiner Form mit Blaulicht zu tun hat.

Letzten Freitag in der Nachhilfe (der erste Tag, an dem das Institut nach dem Amoklauf wieder geöffnet hatte) kam dann auch direkt ein Schock. Wir befinden uns im obersten Stockwerk eines mehrstöckigen Hauses, direkt an einer der zentralsten Straßen Winnendens, die man vom Fenster aus gut sehen kann. Plötzlich fährt ein Polizeiauto mit Blaulicht und Martinshorn diese Straße entlang. Okay. Kommt vor. Zwei Minuten später das nächste. Das war dann der Zeitpunkt, an dem es mir ein bisschen anders wurde. Ich schaue durch das Fenster und sehe, dass die Polizei direkt vor unserem Gebäude steht und die vorbeilaufenden Leute zur Seite drängt. 
Wie unwahrscheinlich ist in so einem Moment der Gedanken an einen Amoklauf? Und wie wahrscheinlich wird er plötzlich, wenn zwei Tage zuvor so etwas geschehen ist? Meine Schüler waren zunächst erstaunlich cool und sagten: “Ach, das ist bestimmt wieder ein Amoklauf” (was nicht gerade zu meiner Beruhigung beitrug…).
Also bin ich mal ins Büro gegangen und hab mich erkundigt, ob unsere Büroleitung irgendwas weiß. Nee, auch nicht. Aber von ihrem Fenster hat sie gesehen, dass das DRK vorgefahren ist.
Na toll. Mein erster Gedanke ist – raus aus dem Gebäude. Mein zweiter: Schau erst mal nach, was wirklich los ist, bevor du hier Panik machst.
Mittlerweile sind aber auch meine Schüler unruhig geworden, kommen auch ins Büro und wollen wissen, was los ist und ob sie heimgehen dürfen. Ich sage: “Nein nein, ist alles okay, ich muss hier nur noch schnell was mit der Frau Büroleitung klären, ich komm gleich. Spielt ihr mal seither Stadt-Land-Fluss.”
Vertrauensselig wie Kinder nun mal sind, setzen sie sich brav zurück ins Klassenzimmer und spielen tatsächlich Stadt-Land-Fluss. Kinder sind wirklich der Hammer.
Ich stehe draußen auf unserem kleinen Balkon und beobachte das Treiben unter mir. (Ja ich weiß, auch leichtsinnig. Kam mir aber erst hinterher in den Kopf, dass ein potenzieller Amokläufer ja nicht zwingend unten auf der Straße sein muss.)
Langsam tut sich unten was, die Feuerwehr kommt auch noch hinzu. Ich merke, dass ich am ganzen Körper zittere, obwohl es mir nicht kalt ist. Die Feuerwehr rollt den Schlauch ab… und da realisiere ich, dass es vielleicht “nur” ein Brand sein könnte. Klar, ein Brand ist jetzt auch nicht unbedingt lustig, aber ich sehe weder Rauchwolken noch rieche ich irgendwas, es kann also nichts akut Bedrohliches für uns sein.
Und in aller Seelenruhe (wirklich!) gehe ich zurück ins Klassenzimmer, wo meine Kinder immer noch Stadt-Land-Fluss spielen und sich fast dabei die Köpfe einschlagen. 

Nichtsdestotrotz war es gestern für mich alles andere als einfach, wieder zur Nachhilfe zu gehen. Jeder Tag ist neu, jeden Tag kann ein anderer Irrer auf eine dumme Idee kommen. 
Und prompt habe ich auf der Strecke zum *Nachhilfe-Institut* einen Polizeibus vor mir, der extra langsam fährt und plötzlich mitten auf der Straße anhält und das Warnblinklicht einschaltet. Hallo?! Was ist denn jetzt schon wieder?!
Er fährt weiter, fünfzig Meter weiter dasselbe.
Noch vor zwei Wochen hätte ich einfach gedacht, sag mal, was soll denn das – und jetzt vermute ich gleich das Schlimmste.
Es ist eine einspurige Einbahnstraße, ich kann also nicht mal schnell umdrehen und einen anderen Weg fahren.  Also schleiche ich hinter der Polizei her. Irgendwann biegt sie ab und ich erkenne, dass sie einen Stadtplan mit markierten Punkten vor sich haben, der eine Polizist hat eine Kamera in der Hand – vermutlich müssen sie für die Trauerfeier am Samstag, wenn die Bundeskanzlerin und sonstige VIPs kommen, irgendwelche “Points of Interest” abklappern, um Terrorgefahr oder Sonstiges auszuschließen. 
Sobald ich mal im Klassenzimmer stehe, ist die Angst eigentlich weg… aber im Vorfeld…
Meine (sowieso nicht vorhandene) Gelassenheit ist komplett im Eimer und ich glaube, es dauert noch eine ganze Weile, bis dieses Kopfkino aufhört oder zumindest schwächer wird.

Ein Gutes hat die Sache: Ich konnte mit vielen Leuten einige richtig gute Gespräche führen, auch wenn ich das nicht wirklich erwartet hätte.  Es war teilweise auch schön zu sehen, wie fürsorglich einige waren – und das genaue Gegenteil: Es war erschreckend zu sehen, wer sich überhaupt nicht dafür interessiert hat. 
Wie sagt man immer so schön: In einer Krise erkennt man die wahren Gesichter der Menschen…

Und es gibt natürlich auch gute Neuigkeiten:
Über Ostern gehe ich meine Gastfamilie besuchen!! Ich fahre mit meinem Freund erst ein paar Tage an die Côte d’Azur, nach Nizza, um genau zu sein, dort haben wir ein Hostel gebucht. Danach fahren wir über Genua an den GARDASEE und übernachten dort bei meiner Gastfamilie!!! :) Ich freu mich so… Gestern Abend habe ich mit meiner Gastmutter telefoniert, um die genauen Termine abzusprechen, und hab erfahren, dass meine Miao, also die absolut süßeste rote Katze, schwanger ist!!! 
Nachdem Diego, das Tigerkätzchen, ja so jung gestorben ist und ich gesagt hatte, dass ich ihn, wenn er überlebt, mit nach Deutschland nehme, hat meine Gastmutter zum Trost gesagt, dass ich ein Kätzchen von der Miao bekomme, wenn sie welche hat. Leider kommen die erst Ende April auf die Welt… aber ich hab ja danach bald Pfingstferien… :)  

So. Das wars mehr oder weniger von mir. Falls mir irgendwas wahnsinnig auf dem Herzen liegt, werde ich mich hier wieder melden, ansonsten wird es zukünftig wohl eher wieder das werden, was es ursprünglich war: eine Internetseite mit dem Zweck, meine Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten, wenn ich im Ausland bin. 
Oder was ganz anderes. Wer weiß das schon… :)

Verfasst von: kathapicco | 20. März 2009

.

..

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Ältere Artikel »

Kategorien